Traun (A)


Gesamtverlauf Traun:

  • Ursprung am Kammersee 719 m. ü. A.
  • Mündung in die Donau bei Linz 251 m. ü. A.
  • Länge: ca.156 km

Abschnitt vom Traunfall bis Lambach:

  • Einstieg bei Fallholz, km 58,5
  • Ausstieg bei Stadl-Paura, km 49,9
  • Alternativer Ausstieg bei Lambach, km 46,3
  • Online-Pegel

Bootswagen empfehlenswert


Die Traun entspringt am Fuße des Toten Gebirges am Kammersee im steirischen Ausseer Land. Von hier zwängt sie sich durch die umliegenden Berge vom Dachstein Massiv, Totem Gebirge und Höllengebirge.

Sie durchfließt dabei das Salzkammergut, vorbei an bekannten Orten wie Hallstatt, Bad Ischl oder Gmunden. Wie der Name Salzkammergut schon vermuten lässt, ist die Region stark mit der Gewinnung und dem Handel von Salz verbunden. Die Traun nahm dabei in früheren Zeiten eine wichtige Rolle als Transportweg für Holz und Salz sowie Versorgungsgüter der Bevölkerung ein. Wer mehr darüber erfahren will findet auf www.kanuten.com einen kleinen historischen Rückblick auf den Salzhandel entlang und auf der Traun. Warum ich das erwähne? In dem Abschnitt der Traun, den ich euch hier vorstellen möchte, trifft man auch heutzutage noch auf Reste und Spuren aus dieser bewegten Zeit. Man muss nur die passenden Tipps und einen offenen Blick dafür haben.

 

Bei geringem Wasserstand fließt kaum Wasser über den Traunfall. Dann wird der Einstiegsbereich parallel zum Druckstollen hauptsächlich durch Grundwasser gespeist und ist dadurch glasklar und schimmert grün wie ein Smaragd. Hier schwebt man förmlich über den von Felsen durchsetzten Flussgrund. Empfehlenswert ist ein Pegel in Wels unter 190 cm, dann findet man auch Schotterbänke auf der weiteren Tour.

DER EINSTIEG:

Am besten parkt man an dem kleinen Umspannwerk in der Nähe des Traunfalls an der Bundesstraße B144. Das Umspannwerk liegt an der rechten Flussseite, etwas flussabwärts von der Traunbrücke. Hier kann man dann zu Fuß (Fahrverbot) die asphaltierte Rampe zum Turbinenhaus runtergehen, Bootswagen empfehlenswert! Am Turbinenhaus endet der Druckstollen vom Traunfall, von dem man das Boot zum Ufer runterlassen muss. Wer den Traunfall selbst noch nie gesehen hat, sollte unbedingt die paar Minuten investieren und den Druckstollen entlang flussaufwärts spazieren!


Traunfall bei Schmelzwasser
Traunfall bei Schmelzwasser

Am Traunfall
Am Traunfall

Bei geringem Wasserstand fließt kaum Wasser über den Traunfall. Dann wird der Einstiegsbereich parallel zum Druckstollen hauptsächlich durch Grundwasser gespeist und ist dadurch glasklar und schimmert grün wie ein Smaragd. Hier schwebt man förmlich über den von Felsen durchsetzten Flussgrund. Empfehlenswert ist ein Pegel in Wels unter 190 cm, dann findet man auch Schotterbänke auf der weiteren Tour.


DIE TOUR:

Die Strecke vom Traunfall bis Stadl-Paura ist für Kanuten einer der schönsten Abschnitte der Traun. Eingerahmt von teils steilen Konglomeratwänden hat die Traun hier größtenteils noch einen natürlichen Verlauf. Ruhige Passagen wechseln sich mit Abschnitten mit erhöhter Strömung ab, wobei immer eine klar definierte Hauptroute erkennbar ist. Im Uferbereich finden sich auch immer wieder größere Felsen mit Kehrwasser, die zum Üben locken. Wer genau hinsieht, kann auch hier noch die Reste der Salzschifffahrt entdecken – Leitwerke aus Stein oder Holz, einzelne handgeschmiedete Nägel von alten Holzbauten, in die Felsen geschlagene Kerben für Piloten, Holzkonstruktionen zur Aufschüttung von seichten Schotterflächen im Uferbereich, den sogenannten Treppelwegen für die Rösser… Die Geschichte folgt einem hier auf Schritt und Tritt (und Paddelschlag).


Bei Kemating kommt ein Wehr in Sicht, das man bei niedrigem Wasserstand direkt am Schleusentor umtragen kann (bei sehr wenig Wasser kann es vorkommen, dass man im Unterwasser bei einer seichten Stelle nochmals kurz aussteigen muss). Vorher unbedingt abschätzen und besichtigen, ansonsten kann man am rechten Ufer aussteigen und das Wehr umtragen (Bootswagen hilfreich). Ab Kemating folgt ein schöner Abschnitt mit weiten Kurven, an deren Innenseite Schotterbänke zur kurzen Rast oder zum Innehalten und Genießen einladen.

Nimmt man sich die Zeit und Ruhe, sich in den strömungsarmen Strecken einfach nur treiben zu lassen, kann man einiges um sich herum entdecken, was auf und im Wasser lebt. Wasservögel wie Enten, Reiher, Kormorane, Eisvögel oder Wasseramseln und Gänsesäger. Fische wie Hechte, Karpfen, Barben oder auch Signalkrebse... die nächste Überraschung wartet vermutlich schon hinter der nächsten Biegung.


DER AUSSTIEG:

Beenden kann man die Tour im Staubereich kurz vor Stadl-Paura. Hier hat man am linken Ufer eine deutlich sichtbare Bootsrampe zur Verfügung.

 

Wer die Tour noch verlängern will, kann bis Lambach weiterpaddeln und am Bootshaus der Feuerwehr direkt unterhalb des Stiftes am linken Ufer aussteigen (kurz nach der Autobrücke im Zentrum). Dazu paddelt man in Stadl-Paura rechtsufrig weiter, bis nach ein paar hundert Metern ein Wehr mit einem Borstenfischpass kommt. Dieser ist mit einem Boot befahrbar, allerdings nur für die Feuerwehr und den Schifferverein freigegeben. Dem Freizeitpaddler ist die Befahrung untersagt. Danach kommt man an eine Autobrücke, hinter der am rechten Ufer ein wiedererrichteter Salzstadl steht, die dem Ort früher seinen Namen einbrachten. Nach der Einmündung der Ager auf der linken Seite sieht man bereits auf die Dreifaltigkeitskirche von Stadl Paura und das Stift von Lambach.

Für die Rückfahrt empfiehlt sich ein zweiter PKW, da der Anschluss mit öffentlichem Verkehr zum Traunfall umständlich ist.


 

Für den AOC, Woif L.

 

(Bildquelle, wenn nicht extra vermerkt Woif L.)